Bitte beachten: Die hier vorgestellte Übersicht datiert aus dem Jahr 2005. Mittlerweile haben sich Versionsnummern und Preise geändert.

Literaturverwaltung

Literaturverwaltung mit dem PC ist ein ausgesprochen heikles Thema, vor allem für diejenigen, die großen Wert auf wohlformatierte Literaturlisten legen. Ich beschränke mich hier darauf, verschiedene Erfahrungen zu verarbeiten. Nicht eingeschlossen sind Programme, die ich als wenig hilfreich betrachte, weil sie das Grundlegende – das Erstellen einer Literaturliste – nicht beherrschen. Es gibt mit Sicherheit noch viele andere Möglichkeiten (beispielsweise in StarOffice 5.2 gab es mal einen netten Ansatz), eine Alternative zu den hier genannten drei Programmen zu basteln, mit Microsoft Access, mySQL etc.. Für konstruktive Hinweise bin ich jederzeit dankbar, das betrifft auch Lösungen für Linux.

Literat classic / online

Es ist schwierig, zu beurteilen, ob Literat das beste Literaturverwaltungsprogramm ist. Literat ist kostenlos, basiert auf Microsoft Access 2.0 und hat viele nützliche Funktionen. Immerhin setze ich es seit mehr als sechs Jahren ein, und da ist der User weder im Positiven noch im Negativen wirklich objektiv. Zunächst das Schreckliche: Literat erlaubt nicht, das Format der Literaturlisten nach eigenem Ermessen zu verändern, von stundenlanger Handarbeit nebst Nervenzusammenbrüchen abgesehen. Die Nutzer/-innen von Microsoft Word dürfen gnädigerweise eine gerade noch so erträgliche Formatierung nutzen, der Rest ist Schrott. Daneben spuckt Literats im Normalfall penetrant sowohl Aufsätze als auch die Sammelbände zu diesen Aufsätzen als gesonderte Einträge aus. Aber es gibt einige Gründe, einen näheren Blick auf dieses Programm zu werfen. Da ist zunächst die Möglichkeit, Administratoren und Mitarbeiter zu definieren, die sich bei Programmstart jeweils anmelden müssen. Die Eingabemaske ist sehr übersichtlich selbsterklärend – vorausgesetzt, der Anwender kann lesen – eine gute Sache zum Beispiel, um studentische Hilfskräfte nach kurzer Einarbeitung damit arbeiten zu lassen. Ein Hit ist die Möglichkeit, Arbeitsblätter zu erstellen (z. B. Titel, die noch überprüft, entliehen, kopiert werden müssen etc.). Und sehr hilfreich ist das System der Verschlagwortung und der Themengebiete und vor allem die Zitat-Datenbank, die beispielsweise – richtig eingesetzt – alle Zitate zu einem Schlagwort ausgibt. Dazu gibt es noch die Möglichkeit, private Notizen und sogar Leihfristen einzutragen (und sich x Tage vor Ablauf darauf hinweisen zu lassen – aber das ist wohl eher eine Spielerei). Die negativen Punkte sind – neben dem erstgenannten – nicht unerheblich: Das Programm basiert auf Windows 3.1 und entsprechend müssen alle Dateinamen ein Format von 8 plus 3 Zeichen haben. Vorteil dieser Folklore ist die Möglichkeit, die Installationsdateien bequem auf fünf Disketten herunterzuladen. Die Netzwerkunterstützung funktioniert nur rudimentär. Seit Februar 2004 erstrahlt die sehr hilfreiche Homepage in peppigem Glanz, es wird am Nachfolger Citavi gearbeitet, der nicht mehr - wie Literat classic - kostenlos sein wird. Da den Machern von Literat viele der o.g. Problematiken bekannt sind, sollte die Hoffnung nicht aufgegeben werden. Leistungsumfang

  • Einteilung der Benutzer/-innen in Administratoren, User und Gäste möglich
  • Erstellen von Arbeitsblättern mit Signatur und konkreten Hinweisen, was zu tun sei
  • Zitat-Management
  • selbsterklärende Oberfläche
  • Formate für Literaturlisten vorgegeben (MS Word)

Nachteile

  • mangelhafte Formatierung der Literaturlisten
  • mangelhafte Export- und Importfunktionen von Datensätzen

Support

  • gegen Kostenaufwand bzw. informative Homepage

Kostenloser Download ca. 6,3 MBhttp://www.literat.net/

Citavi

Der Betatest kommt im Sommer 2005… http://citavi.de/ Hier geht es zu den ersten Eindrücken.

Bibliographix

Noch ein Programm, das es (im Prinzip) kostenlos gibt. In der sogenannten Basic-Version fehlen einige Möglichkeiten, die auf Dauer schmerzlich vermisst werden. Die Pro-Version kostet momentan EUR 75,- für Hochschulangehörige; das ist ein angemessener Preis, immerhin lebt eine Firma davon, und es lohnt sich. Die Lizenz ermöglicht die Verwendung des Programms auf zwei Rechnern (z.B. auf der Arbeit und zu Hause) erlaubt. Allerdings sind die Lizenzen grundsätzlich arbeitsplatzgebunden, so dass für einen Lehrstuhl mit mehreren Rechnern schnell ein höherer dreistelliger Betrag fällig wird. Löblich in der Version 4 (aktuell ist 5!) ist die verbesserte Übersichtlichkeit (im Vergleich zur Version 2 und 3). Die Möglichkeit, eigene Formate für die Literaturliste zu erstellen und zu bearbeiten ist für diejenigen, die sich mit Literat classic plagen, schlichtweg Gold wert. Der Grad der Perfektion ist diesbezüglich kaum vorstellbar. Bibliographix kann in einigen Datenbanken online recherchieren und Datensätze herunterladen; eine Sache, bei der zumindest ein Romanist (wegen Sonderzeichen) auf jeden Fall nacharbeiten muss. Hinzu kommt ein integrierter Browser (nur Pro), ein Ideen-Manager (quasi eine interne mind map – zu diesem Thema siehe auch hier) und eine Rechtschreibprüfung. Neben Microsoft Word werden inzwischen StarOffice und das Setzprogramm LaTeX unterstützt.Zur Installation ist ein Internet Explorer 4.0 notwendig (was ab Windows 98 aufwärts kein Problem sein sollte), und eine Bildschirmauflösung von mindestens 1024×768 Punkten ist zu empfehlen. Außergewöhnlich schnell & bemüht ist der Support (per E-Mail), der sogar am Wochenende antwortet. In der Version 5 gibt es auch Netzwerkunterstützung (siehe in den Kommentaren dieser Seite). Leistungsumfang

  • Ideen-Manager
  • LaTeX-Editor
  • Onlinerecherche mit Download von Datensätzen (nur Pro-Version, Basic bis zu zehn Datensätze)
  • Rechtschreibprüfung
  • Backup möglich
  • integrierter Internetbrowser (nur Pro-Version)
  • Import- und Exportfunktion (nur Pro-Version) >- sehr gute Formatierung der Literaturlisten
  • Internet-Update des Programms möglich
  • Formate für Literaturlisten
  • (eigene) Vorlagen

Support

  • normalerweise sehr schnell & kostenlos

Preis

JabRef

Dieses Programm, eigentlich ein BibTex-Frontend, ist eine Java-Applikation und diese ist somit (relativ) unabhängig vom Betriebssystem. Die Oberfläche ist gut konfigurierbar und es gibt fakultativ deutschsprachige Menüs und Hilfe. Feedback kann hier abgegeben werden. Allerdings ist JabRef nur für einen Benutzer konzipiert. http://jabref.sourceforge.net

Wikindx

Wikindx benötigt einen Server mit PHP und mySQL. Demoversionen gibt es hier: http://www.sirfragalot.com/wikindx3/ und auch hier: http://www.wikindx-test.eu.tt (Version vom 22.12.2005) http://wikindx.sourceforge.net

Bibliograph

Bibliograph ist serverbasiert (PHP, mySQL) und benutzt Mozilla bzw. Firefox als Frontend. Eine Demoversion ist verfügbar, ebenso ein Forum. Das Programm ist (vergleichsweise) noch wenig ausgereift und die Demoversion ist sehr langsam. http://bibliograph.panya.de/

Synapsen

Elektronische Literaturverwaltung auf Java-Basis. http://www.verzetteln.de/synapsen/synapsen.html

Visual Composer NET 2.0

Das Programm Visual Composer NET 2.0 läuft unter Windows. Es gibt ein http://forum.semantics.de/cForum und einen kurzen Bericht meinerseits. http://www.visualcomposer.net

Zuletzt geändert: 2012/08/28 18:11